So auch während eines Waldspaziergangs, als ich jener Taucherin begegnete. Ich dachte, ich frag mal wer sie festgebunden hat und ging zu ihr hin. Wegen ihres Schnorchels war sie schwer zu verstehen, aber ich hörte relativ deutlich als sie sagte: „Ich vermisse meine Hand.“
18 Jahre später im Jahr 2024 verbrachte Wolfgang ein paar Tage mit uns in Saint Tropez weil Julia Geburtstag hatte. Er kaufte auf dem Flohmarkt eine Hand und trug sie seither stets bei sich. Als wir einmal zum Strand gingen, lies er sie im Kofferraum liegen und sagte Stunden später: „Ich vermisse meine Hand.“
Eine Taucherin schwebt etwa 1m über dem Waldboden in einem, eher dunkleren Wald. Vor sich wird der Waldboden durch etwas Licht aufgehellt. Das sieht aus wie eine kleine Lichtung, die sich direkt vor ihr befindet. Sie hat eine ausgeschaltete Taschenlampe in der Hand, die auf die kleine Lichtung gerichtet ist. Die Taucherin trägt Schnorchel, Taucherbrille und einen Taucheranzug. Sie ist an dicken Seilen mit Karabinerhaken an dem Ort aufgehangen, beziehungsweise könnte es auch sein, dass sie festgebunden wurde, um nicht weiter weg schweben zu können.

Ich vermisse meine Hand, 2006, Print: 10/2024, 90x90cm, Auflage 3+2, Pigment Druck auf Hahnemühle Photo Rag Ultra Smooth

Das Bild ist eine Überarbeitung bzw. Neu-Interpretation von "Diver in the Woods", das aus anderer Richtung aufgenommen wurde. "Diver in the Woods" wurde ursprünglich als Titelbild für das Studenten Magazin "UNIQUE" fotografiert, um dessen Titelthema "Anderswo" zu verbildlichen. 
"Ich vermisse meine Hand" wurde zum ersten Mal am 18.Oktober 2024 in der Gruppen-Ausstellung "Morgenwasser" in Wien gemeinsam mit dem Bild "Ocean View / Goldbrasse Paar" gezeigt.

Ausstellungsansicht Morgenwasser mit 2 Bildern von Andreas Nader. 

Ich vermisse meine Hand, 90x90cm

Goldbrasse in Dr. Oetker's Gold Extra Gelatine, 60x80cm

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