Inszenierung zu Zukunftsvisionen für das Jahr 2000
Modellwelt als Rauminstallation mit Verwendung verschiedener Medien (audiovisuelle Medien, Fotografie, Printmedien)
Das Projekt wurde im Rahmen der Ausstellung „PINK: the exposed color“ von Prof. Barbara Nemitz in Tokio vorgestellt und im Buch: “PINK: The Exposed Color in Contemporary Art & Culture” bei Hantje Kantz veröffentlicht.
Die Magma Welt ist konstruiert aus Vorstellungen der Vergangenheit über die Zukunft im Jahr 2000. Um sie zu erschaffen wurden verschiedene Medien verwendet: Fotografie, Printmedien, Super 8 und audiovisuelle Medien. Die Welt existierte in einer Wohnung in Weimar, die wir eigens in Pink gestrichen und eingerichtet hatten.
Als Vorlage dienten diverse Zukunftsromane und eigene, zurückliegende Zukunftsvorstellungen. Diese Fragmente setzten wir in einen einzigen Erzählstrang zusammen und schrieben die Geschichte von Nadine und Marcel für das Jahr 2000, wie es hätte sein können. 

Normalerweise wird ein Mensch in den 70iger, 80iger Jahren nisch nur mit einem Beruf auskommen. Das Jahr 2000, nisch wahr, das gestaltet ihr! Dafür seid IHR verantwortlich. Walther Ulbricht
Das Ziel war es, eine Zukunftsvorstellung der Vergangenheit zu sehen. Das wahr machen, was andere sich unter unserer Gegenwart vorgestellt haben. Zu einer Zeit, als unsere Gegenwart Zukunft war und unsere Vergangenheit die Gegenwart. Wir stellten uns vor wie eine Welt auszusehen hätte, wenn man das hernimmt, was geschrieben steht. Damals in der Zukunft. Die Concordes werden die Boeings ablösen. Krebs wird heilbar. Auf dem Mond werden die Leute leben. Auf dem Mars waren wir persönlich. Weltraumflüge für Touristen.  Kommunistische Gesellschaft oder ökologisches Desaster., Bevölkerungsexplosion. Die Maschinen werden intelligent und versklaven die Menschheit Erster Sex im Weltall. Und was nicht alles. (Vom Internet keine Spur) Damals stand die Zukunft wirklich hoch im Kurs. Anders als heute. Star Wars, Star Treck, Planet der Affen, Raumschiff Enterprise, Odyssee 2001... Die Leute hatten noch eine Vorstellung davon, was passieren wird, wenn sie so weiter machten. Das Weltall erobern, aufzubrechen in „Neue Welten, die kein Mensch je zuvor gesehen hat“. Mittlerweile ist man sich bewußt, daß bemannte Raumfahrt zu teuer, zu irrational, zu aufwendig und risikoreich.(...). Es ist als probierte man etwas, was man schon immer mal tun wollte (sex mit einer Italienerin) findet keinen Geschmack daran, denkt man könne es später nochmal wiederholen (vielleicht war das timing schlecht), läßt es irgendwann sein und vergißt es doch nie. „Houston, wir haben ein Problem“. Das große Abenteuer war doch nicht so dramatisch. Nach dem Mondflug war die Grenze des derzeit Machbaren sichtbar, auch wenn Wernherr von Braun noch 1969 behauptete, in 10 Jahren sind wir auf dem Mars. Wir haben zurückgeschaut und betrachten die Vergangenheit wie durch ein Fenster. Wir waren nicht in Vietnam, standen auch nicht in Moskau wie Pilger vor dem Lenin-Mausoleum in der Schlange. Nadine hat nicht in Woodstock nackt auf der Wiese getanzt.  Den Prager Frühling kennen wir von Erzählungen der Eltern, als russische Panzer über die B 95 zur Tschechischen Grenze gerollt sind und große Löcher im Asphalt hinterliessen. Robert Redford. Meine Güte, wie jung der ist. Und Lady Di, 9 Jahre alt. Die Leute sagen: Ja damals, als ich jung war, da wollten wir noch was bewegen. Wir hatten einen Traum.

Imagine - living life in peace, sharing all the world. I hope someday you’ll join us. And the world will live as one.

Dahin zurück, als  Peter Gamper und Werner Holzwarth die Waschmittelwerbung noch verändern wollten. (Jetzt sind sie Prüfer und Betreuer.) Und noch weiter. Damals gab es uns selbst noch nicht. Vielleicht als Wurm. Damals, als man noch nicht wußte, wie die Erde von ganz oben aussieht, als das Bild vom blauen Planeten noch gar nicht existierte. Planet Earth is blue. Die Erde - ein kleiner Planet im Universum. Erst die Fotos vom Mond aus machten das deutlich. Sie veränderten das Bild der Welt. Kennedy und Chruschtschow. Astronauten und Kosmonauten. Commencing countdown, engines on. Die Helden der Nationen. Noch nie und nie wieder wurde in Amerika jemand so gefeiert, wie „die sieben Wunderbaren“. John Glenn und wie sie alle hießen. Die Astronauten, die als erste Amerikaner ins All flogen. Unsere Boys. Na und Juri Gagarin hat selbst mir noch den Kopf verdreht. Ein Held des Vaterlandes, des Sozialismus. Wenn ich groß bin fliege ich dann schon zum Mars und noch weiter. Kinder, Kader, Kommandeure. Für Frieden und Sozialismus: Seid Bereit!
Wir haben die Vorstellungen in unser Umfeld gebeamt. Weimar im Jahre 2000. Das Leben von Nadine und Marcel. Eine wahre Geschichte. wie hätte es auch anders sein können, will man einmal dem Gedanken Glauben schenken, daß wir in der Lage sind in der Zeit zu reisen, daß Autos fliegen werden, daß es ein Ding gibt, woran man seine Laune für den nächsten Morgen wählen kann, daß ein Virus den Großteil der Männer dahinrafft, daraufhin eine Emanze wie sie im Buche steht die Regierungsgewalt übernimmt,  den Frauen den Kopf verdreht, eine Diktatur errichtet wie sie auch im Buche steht, dabei Juri Gagarin DAS Idol unserer Zeit ist, die Ländergrenzen sich verschoben haben, Russisch-Neusprech eingeführt wurde, Tiere - bis auf wenige - ausgestorben, Computer psychotische Anfälle haben, Empfangsdamen nackt sind ...... und ein Einzelner der Welterretter ist, nur durch seine bloße Existenz.
Wir flogen zurück durch das Fenster Gegenwart, wie Dave Bowmann durch den Monolithen (Odyssee 2001), der durch Raum und Zeit fliegt, weil er das irdische Bewusstsein verlassen hat. Was wir suchten, ist die Zukunft der Vergangenheit, im Quantenschaum der 50iger 60iger 70iger 80iger Jahre. Angekommen sind wir in einem Crossover von Zeiten und Vorstellungen, Visionen und Phantasien; woraus unsere Welt gebaut wurde, in der wir 5 Monate lebten, die mit uns und um uns herum gewachsen ist.
Die Geschichte von Nadine und Marcel im Jahr 2000.
Rathenauplatz 2. Hinter dem Neuen Museum.


Normalerweise wird ein Mensch in den 70iger, 80iger Jahren nisch nur mit einem Beruf auskommen. Das Jahr 2000, nisch wahr, das gestaltet ihr! Dafür seid IHR verantwortlich.
Walther Ulbricht

Das Ziel war es, eine Zukunftsvorstellung der Vergangenheit zu sehen. das wahr machen, was andere sich unter unserer Gegenwart vorgestellt haben. Zu einer Zeit, als unsere Gegenwart Zukunft war und unsere Vergangenheit die Gegenwart. Wir stellten uns vor wie eine Welt auszusehen hätte, wenn man das hernimmt, was geschrieben steht. Damals in der Zukunft. Die Concordes werden die Boeings ablösen. Krebs wird heilbar. Auf dem Mond werden die Leute leben. Auf dem Mars waren wir persönlich. Weltraumflüge für Touristen.  Kommunistische Gesellschaft oder ökologisches Desaster., Bevölkerungsexplosion. Die Maschinen werden intelligent und versklaven die Menschheit Erster Sex im Weltall. (Vom Internet keine Spur) aufzubrechen in „Neue Welten, die kein Mensch je zuvor gesehen hat“. Wir haben zurückgeschaut und betrachten die Vergangenheit wie durch ein Fenster. Wir waren nicht in Vietnam, standen auch nicht in Moskau wie Pilger vor dem Lenin-Mausoleum in der Schlange.

ein Virus den Großteil der Männer dahinrafft, daraufhin eine Emanze wie sie im Buche steht die Regierungsgewalt übernimmt,  den Frauen den Kopf verdreht, eine Diktatur errichtet wie sie auch im Buche steht, dabei Juri Gagarin DAS Idol unserer Zeit ist, die Ländergrenzen sich verschoben haben, Russisch-Neusprech eingeführt wurde, Tiere - bis auf wenige - ausgestorben, Computer psychotische Anfälle haben, Empfangsdamen nackt sind ...... und ein Einzelner der Welterretter ist, nur durch seine bloße Existenz.
Wir flogen zurück durch das Fenster Gegenwart, wie Dave Bowmann durch den Monolithen (Odyssee 2001), der durch Raum und Zeit fliegt, weil er das irdische Bewusstsein verlassen hat. Was wir suchten, ist die Zukunft der Vergangenheit, im Quantenschaum der 50iger 60iger 70iger 80iger Jahre. Angekommen sind wir in einem Crossover von Zeiten und Vorstellungen, Visionen und Phantasien; woraus unsere Welt gebaut wurde


Farbe:
Die Verwendung der Monochromen Farbegebung.
Die Farbe hat bei uns die Bedeutung eines Transportmittels. Ein Vehikel, um, zum einen zu reduzieren und zweitens um zu Vereinen. Wir bewegen uns in zweierlei Sphären. Einerseits in Romanen und Geschichten der Vergangenheit, andererseits in unserer Interpretation dieser Geschichten aus heutiger Sicht. Beides fließt in der Arbeit zusammen. Das Monochrome ist ein Ausdruck des Verschmelzens aller verwendeten Aspekte, eine Reduzierung auf eine geschlossene, homogene Welt.

Rosa
generell
Rosa kommt im gewöhnlichen Lichtspektrum nicht vor. Es ist eine Mischfarbe. Alle Mischfarben haben etwas Künstliches, Unnatürliches an sich. Mit Rosa geben wir unserer Welt einen surrealen Eindruck. Wir sagen damit, dass diese Welt aus Vorstellungen heraus entstanden ist. Rosa ist überirdisch. Rosa ist unerreichbar. Rosa ist traumhaft. Diese Attribute verstärken den surrealen,  phantastischen Eindruck des Gezeigten.

Rosa
in Bezug auf die Geschichte
Eine Rosarote Welt ist schön. Dennoch zeichnen wir eine diktatorische Welt, in der Männer etwas Minderwertiges darstellen. Rosa ist der schöne Schein, Ein Anstrich gegen das, was dahinter liegt. Die Bewohner Sehen durch die rosarote Brille nicht die Gegebenheiten die vertuscht werden. Rosa ist eine Farbe der Überwindung alles Gewalttätigen. Hier ist Rosa der Wolf im Schafspelz, die Diktatorin im weiblichen Rosa. Das Trojanische Pferd, das in die Irre führt und uns glauben machen will, dass rosa Kittel sexy wirken.
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